{"id":112,"date":"2018-01-14T13:52:39","date_gmt":"2018-01-14T13:52:39","guid":{"rendered":"http:\/\/massage-brandt.de\/?page_id=112"},"modified":"2024-11-28T20:59:14","modified_gmt":"2024-11-28T20:59:14","slug":"faszien-therapie","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/massage-brandt.de\/?page_id=112","title":{"rendered":"Faszien-Therapie"},"content":{"rendered":"<p>Was sind Faszien?<\/p>\n<p>Die Faszie ist faseriges, wei\u00dfes Bindegewebe. Dieses Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen, die Fibroblasten. Fibroblasten stellen u.a. auch die Kollagenfasern her, woraus die Matrix zum gr\u00f6\u00dften Teil besteht. Faszien bestehen somit aus Fibroblasten und der umgebenen Matrix, sie befinden sich im ganzen K\u00f6rper und verbinden alles miteinander. Es gibt die oberfl\u00e4chige Faszie, die tiefe Faszie um die Muskulatur herum und sogar im Inneren der Muskulatur befinden sich Faszien. Auch die Organe des menschlichen K\u00f6rpers sind umschlossen von Faszien und sogar das Gehirn wird von den Faszien gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Dieses Bindegewebe besteht zum Teil aus ca. 70% Wasser, Proteine und Gewebe. Ist das Bindegewebe gesund verschieben sich bei Bewegung der Muskulatur die Bindegewebsschichten untereinander bis zu 65%.<\/p>\n<p>Untersuchungen haben ergeben, dass bei Menschen mit R\u00fcckenschmerzen diese Verschieblichkeit der Bindegewebsschichten noch nicht mal die H\u00e4lfte erreicht. Daher ist zu \u00fcberlegen, ob vielleicht die gro\u00dfe R\u00fcckenfaszie, Faszie thoracolumbalis, vielleicht der Ursprung f\u00fcr unspezifische R\u00fcckenschmerzen ist.<\/p>\n<p>Faszien brauchen Bewegung, sonst fangen sie an zu wuchern, sie verdichten, verkleben und verfilzen und somit kann es hier beim faszialen Bindegewebe zum Funktionsverlust kommen. Dies bedeutet, dass zu viele kollagene Fasern das m\u00fchelose Gleiten der verschiedenen Faszienschichten untereinander verhindern.  Um diese \u00dcberproduktion von kollagenen Fasern zu stoppen braucht der Mensch Bewegung. Bewegung ist essentiell notwendig um die Beweglichkeit der kollagenen Fasern zu erhalten.<\/p>\n<p>Das System der Faszien ist wie ein Zugspannungsnetzwerk. Das bedeutet das die Faszien mit der Zugspannung im ganzen K\u00f6rper den Bewegungsapparat zusammenhalten. Stellen Sie sich vor die Faszien verlieren diese Zugspannung&#8230;was w\u00fcrde passieren? Der K\u00f6rper w\u00fcrde zusammen fallen, denn es sind die Faszien die den K\u00f6rper halten und stabilisieren und nicht unser Bewegungsapparat mit den Muskeln, B\u00e4nder und Sehnen. Menschen mit Gelenkserkrankungen, mit abgenutzten Wirbelk\u00f6rpern oder Gelenken k\u00f6nnen sich trotzdem v\u00f6llig schmerzfrei bewegen, wenn die Faszien gesund sind und die Zugspannung ihre Funktion erf\u00fcllt, d.h. die Knochen ber\u00fchren sich gar nicht.<\/p>\n<p>Fibroblasten &#8211; Bindegewebszellen:<\/p>\n<p>Unser Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen, die Fibroblasten.<br \/>\nEs gibt verschiedenartige Fibroblasten mit unterschiedlichen Funktionen.<br \/>\nZum einen produzieren sie Kollagen, welches im menschlichen K\u00f6rper mit \u00fcber 30% Anteil an der Gesamtmasse aller Proteine das am h\u00e4ufigsten vorkommende Eiwei\u00df ist. Kollagen ist ein wesentlicher organischer Bestandteil des Bindegewebes (Knochen, Z\u00e4hne, Knorpel, Sehnen und B\u00e4nder) und der Haut. Seinen Namen erhielt das Kollagen aus dem Griechischen &#8222;Leim erzeugend&#8220;.<br \/>\nZum anderen auch die Hyalurons\u00e4ure &#8211; eine viskoses Gel aus u.a. Glucose. Hyalurons\u00e4ure findet man in der Gelenkschmiere (Synovialfl\u00fcssigkeit), im Knorpel und im Glask\u00f6rper des Auges. Hyalurons\u00e4ure ist das Schmiermittel unseres Gewebes. Dieses Molek\u00fcl bildet immer weitere Molek\u00fcle, ver\u00e4stelt und verzweigt sich und wird zu einer Art Schwammstruktur, welches wiederum viel Wasser an sich binden kann. Je weniger Hyalurons\u00e4ure der K\u00f6rper bildet umso schlechter steht es um unsere Beweglichkeit. Bei zu wenig Feuchtigkeit wird das Bindegewebe rau und spr\u00f6de wie Frottee was aneinander reibt.<\/p>\n<p>Fibroblasten sind auch in der Lage versteiftes Gewebe zu regulieren. Die Zellen beeinflussen die Spannung des Gewebes, so wie es auch beim Dehnen geschieht. Es wurde nachgewiesen das bei Verletzungen sich die Fibroblasten bis zu 200% ihrer Gr\u00f6\u00dfe ausdehnen und Signale an das Gewebe senden, so dass es sich entspannt. Durch diese Entspannung kann wiederum auch entz\u00fcndetes Gewebe schneller heilen.<\/p>\n<p>Schmerzempfindlichkeit der Faszien:<\/p>\n<p>Es wurde geforscht ob in den Faszien Nervenfasern angesiedelt sind. Dazu hat man in der gro\u00dfen R\u00fcckenfaszie untersucht ob Nervenfasern \/ Nervenendigungen vorhanden sind. Bei diesen Untersuchungen wurde die Substanz P wie &#8222;pain &#8211; Schmerz&#8220; nachgewiesen<br \/>\nFaszie und Muskulatur sind eng miteinander verbunden und man wollte herausfinden wie sie getrennt voneinander reagieren. Somit hat man zuerst die Faszie und dann die Muskulatur gereizt. Das Ergebnis war, die Faszien reagieren intensiver au den Reiz als die Muskulatur. Es wurde nachgewiesen das Faszien von unz\u00e4hligen Schmerzrezeptoren durchzogen sind und das mach das Bindegewebe zu einem unserer empfindlichsten Wahrnehmungsorgan. Dies wurde Zweifelsfall nachgewiesen.<\/p>\n<p>Weiterhin hat man herausgefunden, das unser Bindegewebe auf Stress reagiert und somit spielt auch der Sympathikus eine Rolle. Der Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems welcher vom Gehirn aus \u00fcber das R\u00fcckenmark f\u00fchrt und von dort aus fast alle Organe innerviert. Wir k\u00f6nnen den Sympathikus nicht kontrollieren, bei Stress wird der aktiv und versetzt unseren K\u00f6rper in erh\u00f6hte Leistungsbereitschaft &#8211; Kampf oder Flucht.<br \/>\nFasern dieses Nervs befinden sich auch in den Faszien und wenn diese erregt werden, z.B. durch Stress werden Substanzen freigesetzt, die u.a. zur Kontraktion der Blutgef\u00e4\u00dfe f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Chronische R\u00fcckenschmerzen:<\/p>\n<p>Die Faszien spielen gerade bei Menschen mit chronischen R\u00fcckenschmerzen eine gro\u00dfe Rolle.<br \/>\nWenn ein immer wiederkehrender Schmerz auftritt, z.B. bei falschen Bewegungsabl\u00e4ufen, falschen Bewegungsmustern und das bei Menschen mit einem hohen Level an Stress oder auch psychischen Traumatisierungen in der Vorgeschichte und auch emotional belastenden Erlebnissen, hat man heraufgefunden das diese dazu neigen, sich den Schmerz besonders gut einzupr\u00e4gen. Diese Menschen haben ein sehr intensives Schmerzerleben im Gegensatz zu andern Menschen mit R\u00fcckenschmerzen.<br \/>\nUnterschiede gibt es besonders im tiefen Schmerzempfinden, gerade beim Empfinden von myofaszialen Reizen. Das myofasziale Gewebe hat einen &#8222;schnellen Draht&#8220; zum Gehirn und somit auch zum Schmerzged\u00e4chtnis. Das kann gerade bei Menschen die einem dauerhalten Stress, auch emotionalen Stress ausgesetzt sind, besonders schnell chronifizieren.<\/p>\n<p>Zum Schluss:<\/p>\n<p>Das allverbindende Gewebe kann der Ort sein, wo die Ursache f\u00fcr die Schmerzen zu finden ist und der der Ort wo Heilung beginnen kann.<\/p>\n<p>Therapie:<\/p>\n<p>Eine Kombination aus Bindegewebsmassage, k\u00f6rperliche Bewegung und Dehnung der Faszien.<\/p>\n<p>Bindegewebsmassage: Bei dieser Massage wird mit stetigem langsamen Druck und Bewegung in eine Richtung Fl\u00fcssigkeit aus dem Gewebe gepresst und es kann wieder frisches Wasser ins Gewebe einflie\u00dfen und das Gewebe wieder auff\u00fcllen. Das Gewebe wird somit von Giftstoffen und anderen Stoffwechselprodukten gereinigt. Sogar eventuelle Entz\u00fcndungen werden somit vermindert. Durch die Massage werden die kollagenen Fasern wieder neu ausgerichtet und die Fibroblasten produzieren frisches Hyaluron.<\/p>\n<p>k\u00f6rperliche Bewegung:<br \/>\nNat\u00fcrlich wird bei der Massage auch der Stoffwechselangeregt, aber die Eigenbewegung bringt noch mehr Dynamik ins Gewebe rein, denn durch k\u00f6rperliche Bewegung kommt es zu einem Temperaturanstieg und das l\u00f6st einen Reiz aus, der den Stoffwechsel anregt. Pro Temperaturanstieg von 1 Grad gibt es einen Anstieg von 10% der Enzymaktivit\u00e4t.<br \/>\nWeiterhin starten die Fibroblasten, bei regelm\u00e4\u00dfiger Bewegung, nach drei Tagen die Produktion von frischen Kollagen und l\u00f6sen so verfilzte Faszien,<\/p>\n<p>Dehnung:<br \/>\nEntspannung und Dehnung der Bindegewebsfasern tragen zur Linderung der R\u00fcckenprobleme bei.<br \/>\nEs ist sinnvoll und wichtig diese Dehn\u00fcbungen t\u00e4glich durchzuf\u00fchren. Aber keine Angst, sie nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und k\u00f6nnen problemlos in den Alltag integriert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sind Faszien? Die Faszie ist faseriges, wei\u00dfes Bindegewebe. Dieses Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen, die Fibroblasten. 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